Erste Klasse

Unsere Pionierklasse ist hervorgegangen aus der Gründungsklasse mit 16 Schüler:innen, die zusammen mit der noch kleinen Schulgemeinschaft sozusagen nicht nur bildlich, sondern real am Vorabend ihrer Einschulung sehnlichst auf die Schulgenehmigung warteten. Dabei waren die vorausgegangenen Monate und der Sommer 2010 wie ein Endspurt auf diesen großen Tag. {weiterlesen}

In der 5-Jahres-Festschrift hieß es: »Wir wussten im April 2010: Entweder, wir schaffen das bis zum Schulanfang oder die Schule wird nicht eröffnet«. Gebäude und Gelände waren bereit – die offizielle Schulgenehmigung blieb dennoch aus und wurde erst im Jahr darauf erteilt. Seit wann gibt es also diese Schule? Darüber könnte man streiten, für unsere Elftklässler:innen und den ersten Elternjahrgang ist das allerdings gar keine Frage.

Unter dem Schuldach wurde die erste Einschulung aber nicht gefeiert – auf freier Wiese taufte ein Sturzregen gründlich Kinder, Lehrer:innen, Eltern und Gäste, nur um im Anschluss mit strahlenden Sonnenschein eine Ahnung vom guten Ende der Geschichte zu verbreiten.

Beschult wurde diese erste Klasse als Balkonklasse unserer Patenschule, der Freien Waldorfschule in der Berthastraße, reichlich improvisiert aber nicht weniger ernsthaft und liebevoll in einen dortigen Hortraum. Ein ganzes Jahr lang zog jeden Mittag eine kleine strickende und singende Schar per Straßenbahn von Nord nach Süd, um das fertige Schulgebäude zumindest für die Hortzeit zu nutzen. Es waren damals stille Vormittage auf dem Schulgelände, dass in der Folge Jahr für Jahr bis heute mit neuen Bauprojekten einem steten Wandel unterlegen war und ist.

Von der Einschulungsklasse 2010 waren nach 10 Jahren noch 10 Schüler:innen an der Schule. Die Klasse füllte sich schnell auf, erfuhr vielleicht mehr Wechsel als manche andere. Die ganze Mühe und Kraft der Schulentwicklung musste und muss sich an der ältesten Klasse immer wieder als tragfähig erweisen. Aus den Erfahrungen dürfen alle nachfolgenden Klassen schöpfen.

Ute Hillmann