Baueinsatz

Eltern verwandeln Bürobaracken in eine Schule – Interview mit Andreas Jagenow, Hausmeister der ersten Stunde

Wie ging es los mit den Bauarbeiten und wie läuft es heute?

Die Baracken waren am Anfang Büroräume. Wir wussten im April 2010: Entweder wir schaffen das bis Schulanfang oder die Schule wird nicht eröffnet. Manche haben morgens vor der Arbeit zwei Stunden die Schule gestrichen. Ein Vater hat die Baustelle nächtelang bewacht, weil die Tür noch nicht geliefert war. Die Eltern haben Grandioses geleistet in dem Gefühl: Wir bauen für unsere Kinder. Jahrgangsweise haben wir die Klassenräume ausgebaut. Jetzt gestalten wir bei samstäglichen Arbeitseinsätzen Gebäude und Gelände, auch der Eselstall ist ein Elternwerk. Es wäre schön, wenn wir den Elan der Schulgründung fortschreiben, denn Baueinsätze fördern das Gemeinschaftsgefühl. {weiterlesen}

Sind denn alle handwerklich versiert?

Das ist unterschiedlich. Viele Büroarbeiter freuen sich aufs Zupacken und lernen bei uns, Bohrertypen auseinanderzuhalten. Aber wir sind keine Facharbeiter und haben unterschiedliche Vorstellungen. Es kann nicht jeder alles, ich auch nicht.

Aber Du hast den Überblick …

Es ist meine Berufung. Gelernt habe ich Elektronikfacharbeiter und ich habe beruflich manches erlebt. Das Handwerkliche liegt mir, auch das Vorausdenken, das Improvisieren und die Arbeit mit den Tieren. Das lebe ich hier aus.

2017 kommt der Schulneubau, dem der Barackenabriss folgt. Was bedeutet das für Dich und die Elternarbeit?

Mit dem Neubau beginnt eine neue Epoche, es sind Gelder bewilligt und wir können vieles Firmen überlassen. Es wird einiges zu bedenken sein: Absperrungen, Lärm, wohin mit den Eseln … Beim Malern ist sicher Elterneinsatz gefragt. Den Baracken mit ihrem improvisierten Charme werde ich ein wenig nachtrauern. Aber sie haben ihren Dienst zum Wohl der Kinder getan, so gut und so lange es ging. Also war es nicht umsonst. Baueinsätze wird es weiter geben, die aktuellen Termine findet man in unserem Terminkalender.

Jana Dichelle